Autismus und herausfordernde Umgebungen: Auf dem Weg zu einer stärkenorientierten Ethik des Flourishing

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Ahmetovic, M. & Kapp, S. K. (2025). Autismus und herausfordernde Umgebungen: Auf dem Weg zu einer stärkenorientierten Ethik des Flourishing. EEO Enzyklopädie Erziehungswissenschaften Online, (0525), 1-12. https://doi.org/10.3262/eeo11250525

Publication date: 19 Aug 2025 Added to AutiHub: 26 Sep 2026 Type: Article Article language: German

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Abstract

Dominante Diskurse über Autismus stützen sich häufig auf defizitorientierte Modelle, die autistische Menschen primär als beeinträchtigt oder als von einer als normativ verstandenen Entwicklung abweichend charakterisieren. Solche Perspektiven verkennen nicht nur die vielfältigen Potenziale, neurokognitiven Differenzen und individuellen Bewältigungsstrategien autistischer Personen, sondern blenden zugleich die tiefgreifenden Einflüsse sozialer, institutioneller und materieller Rahmenbedingungen auf deren Lebensrealitäten aus. Der Beitrag greift bestehende neurodiversitätsorientierte Ansätze auf und rückt das Konzept des autistischen Gedeihens (autistic flourishing) als ethisch und gesellschaftlich relevantes Bezugskonzept in den Mittelpunkt. Autismus wird dabei nicht als Störung, sondern als Ausdruck menschlicher Vielfalt verstanden. Aus interdisziplinärer Perspektive wird analysiert, wie individuelle Handlungsspiel-räume in soziale, institutionelle und materielle Konstellationen eingebettet sind und durch diese mitgestaltet werden. Flourishing wird in diesem Rahmen als kontextsensibler und relationaler Prozess begriffen, der auf Umweltresonanz, inklusive Teilhabe und die Ermöglichung selbstbestimmten Wohlbefindens ausgerichtet ist. Im Fokus steht eine kritische Auseinandersetzung mit den strukturellen Bedingungen zentraler gesellschaftlicher Felder wie Bildung, Gesundheitswesen, Stadtentwicklung und Sozialpolitik. Ziel ist es nicht, autistische Lebensweisen an neurotypische Maßstäbe anzugleichen, sondern Umgebungen so zu gestalten, dass sie Autonomie, Würde und vielfältige Formen des Seins ermöglichen.

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