Räume relationaler Opazität: Partizipative Sinnstiftung und die Ethik des Mit-Seins mit autistischen Menschen
This publication is included in the Autistic Autism Scholarship Project. two authors of this publication are identified as autistic in the project.
About the autistic author markerAhmetovic, M., Jaegher, H. D., Williams, G., & Grace, J. (2026). Räume relationaler Opazität: Partizipative Sinnstiftung und die Ethik des Mit-Seins mit autistischen Menschen. Universitätsbibliothek der LMU. https://doi.org/10.5282/ubm/epub.137953
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Authors
Abstract
Bildungsforschung und pädagogische Praxis beruhen häufig auf normativen Vorstellungen von Kommunikation, die schnelle, eindeutige und neuronormative Formen der Interaktion bevorzugen. Dadurch werden neurodivergente Formen der Teilhabe nur eingeschränkt wahrgenommen und anerkannt. Dieser konzeptionelle Beitrag entwickelt einen neurodiversitätsaffirmativen Bezugsrahmen, der mehrere theoretische Ansätze zu einem kohärenten Modell verbindet: partizipative Sinnstiftung, verkörperte Wahrnehmung, relationale Opazität, Mit-Sein (Being With) und verkörperte Flow-Dynamiken. Interaktionen im Unterricht werden damit als ökologische, gemeinsam hervorgebrachte Prozesse neu gefasst. Der zentrale Beitrag liegt darin, diesen integrierten Bezugsrahmen auf konkrete Mechanismen des Unterrichtsgeschehens zu beziehen und zu zeigen, wie sensorische Bedingungen, das Tempo von Interaktionen und die verkörperte Koordination die Möglichkeiten partizipativer Sinnstiftung prägen. Wir argumentieren, dass kommunikative Brüche in Interaktionen zwischen Menschen unterschiedlicher Neurotypen auf mangelnde ökologische Passung und epistemische Normen zurückzuführen sind und nicht auf Eigenschaften einzelner Personen. Eine weitere neue Perspektive eröffnet die disziplinübergreifende Analyse, die philosophische, empirische und bildungswissenschaftliche Erkenntnisse in einen konstruktiven Dialog bringt. Sie unterstützt eine Abkehr von korrigierenden Ansätzen hin zur Gestaltung inklusiver Umgebungen, die unterschiedliche verkörperte Rhythmen ermöglichen und Raum für nicht normative Formen der Beteiligung schaffen. Auf diese Weise kann Inklusion von einem Anspruch zu gelebter Praxis werden.
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